Alle Beiträge von Sabine

Walldorfer Erfolgsgeschichten

Wir werden nicht müde, über die Erfolgsgeschichten unserer Flüchtlinge zu berichten.

Mohanad ist 29 Jahre alt und im Jahr 2014 aus seiner Heimat Irak wegen des Krieges zunächst in die Türkei geflüchtet. Von dort kam er dann 2015 mit der großen Flüchtlingswelle nach Deutschland. Er hat seine ganze große Familie (Eltern sowie acht Brüder und zwei Schwestern) im Irak zurücklassen müssen.

Mohanad hatte im Irak bereits ein Studium der Informatik abgeschlossen und hat darauf aufbauend hier bei uns dann 2018 (nachdem seine deutschen Sprachkenntnisse gut genug waren) eine Ausbildung zum Informatiker in der Anwendungsentwicklung bei der Firma j&s soft GmbH in Heidelberg begonnen.

Diese Ausbildung wird er im Mai 2021 mit der Abschlussprüfung sicherlich erfolgreich beenden. Besonders gut hat ihm dabei die Abwechslung zwischen Theorie in der Berufsschule und Praxis in der Firma gefallen. Dank der Unterstützung von verschiedenen Ehrenamtlichen bei der Bewältigung der deutschen Bürokratie und seinem unbedingten Willen ist es Mohanad gelungen, hier in Deutschland erfolgreich Fuß zu fassen.

In seiner Freizeit geht er gerne spazieren und schwimmen und ist immer neugierig und offen für neue Dinge.

Alles Gute weiterhin Mohanad!

Walldorfer Erfolgsgeschichten

Diesmal: Veronique aus Togo in West-Afrika.

Veronique kam 2017 ganz alleine aus ihrem Heimatland nach Deutschland, da sie als Christin dort religiös verfolgt wurde und landete schlussendlich in Walldorf. Sie besuchte Sprachkurse, um Deutsch zu lernen und vertiefte ihre Kenntnisse unter anderem bei uns im Begegnungshaus in unserem beliebten Sprach-Café.

Als gläubige Katholikin suchte sie den Kontakt zu unserer Gemeinde St. Peter. Hier singt sie inzwischen im Kirchenchor und lernte dadurch auch ihre deutsche „Ersatzfamilie“ kennen. Cornelia und Thomas kümmen sich seitdem regelmäßig um Veronique und helfen ihr bei all den anfallenden Hürden und Schwierigkeiten in einem ganz fremden Land.

Über ihre Ersatzeltern lernte sie das Astor-Stift kennen und absolviert dort mittlerweile eine Ausbildung zur Altenpflegerin. Inzwischen ist sie schon in ihrem 2. Ausbildungsjahr. Die Kollegen haben sie mit offenen Armen empfangen und auch die Bewohner mögen „ihre Veronika“ (so nennt sie sich dort der besseren Aussprache wegen) sehr gerne – immer freundlich, den alten Menschen zugewandt und mit einem Lächeln auf den Lippen.

Sie lebt mittlerweile in einer eigenen kleinen Wohnung in Walldorf, in der sie sich sehr wohl fühlt. Wir finden, eine tolle Erfolgsgeschichte und wünschen Veronique alles Gute für ihre Zukunft.

Walldorfer Erfolgsgeschichten

Diesmal erzählen wir die Geschichte von Nabu (32 Jahre). Sie stammt aus Gambia und verlor als Kleinkind ihre Eltern bei einem Brand. Dabei erlitt auch sie selbst schwere Verbrennungen, unter den Narben leidet sie noch heute klaglos. Waisenkinder auf dem Land in Westafrika haben oft ein schweres Los, so auch Nabu. Schon als Kind arbeitete sie auf dem Feld und beaufsichtigte später die jüngeren Kinder der Pflegeeltern. Eine Schule hat sie nie besucht, sie ist aber eine Kämpfernatur: Mit 15 verdiente sie sich ihren Lebensunterhalt mit Arbeiten in Restaurants oder als Haushaltshilfe. So schlug sie sich durch verschiedene afrikanische Länder durch und adaptierte irgendwie die Sprache ihrer Arbeitgeber: Französisch und Englisch. Über das Mittelmeer kam sie nach Spanien und von dort aus nach Deutschland.

Vor vier Jahren kam sie in die Gemeinschaftsunterkunft in Walldorf. Dort reinigte sie ehrenamtlich die sanitären Anlagen und arbeitete bei den saisonal anfallenden Arbeiten wie Laubfegen mit – getreu ihrem Motto: Jede Arbeit ist besser, als nichts tun. Vor Corona kam sie auch regelmäßig ins Begegnungshaus, um die Angebote zur Sprachförderung wahrzunehmen oder auch nur, um ein Schwätzchen zu halten. Sie ist immer freundlich und hilfsbereit: bei Gartenarbeiten oder beim Aufräumen nach den Veranstaltungen – sie ist zur Stelle.

Und auch in der Nachbarschaft tauscht sie sich gerne aus, hilft bei der Kinderbetreuung, wenn die Mutter in den Sprachkurs geht oder kauft ein, wenn jemand krank ist. Seit letztem Jahr hat sie eine Arbeit in der Spülküche einer Kantine gefunden. Sie macht dies sehr gerne und ist stets (aus Angst, zu spät zu kommen und damit respektlos zu erscheinen) überpünktlich.

Zur Zeit ruht aber auch diese Tätigkeit. Die Kantine ist wie so vieles geschlossen. Sie freut sich aber schon darauf, wieder zur Arbeit gehen zu können, wenn Lockerungen dies zulassen.

Walldorfer Erfolgsgeschichten

Wir sind stolz, eine weitere Walldorfer Erfolgsgeschichte erzählen zu können. Diesmal über Ammar, 24 Jahre, der schon vor vielen Jahren als 12-Jähriger vor dem Bürgerkrieg aus seiner Heimat Syrien flüchtete und über Jordanien schließlich 2015 bei uns in Walldorf landete.

Er hat inzwischen einige Integrationskurse besucht und das Sprachniveau B1 erreicht, welches ihm eine Ausbildung in Deutschland ermöglicht. Seit September 2019 lernt er bei KWK-Systeme in St. Leon-Rot (inzwischen im 2. Lehrjahr) Anlagenmechaniker.

Er hat Spaß an seiner herausfordernden Ausbildung und dem Wechsel zwischen Ausbildungsbetrieb und Berufsschule. Jeder Tag ist anders, immer muss er sich auf neue Kunden, neue Situationen vor Ort einstellen. Das gefällt ihm besonders gut. Dadurch entsteht keine Routine und der Berufsalltag ist abwechslungsreich. Zurzeit ist im Betrieb natürlich coronabedingt alles noch einmal anders.

Privat hat er inzwischen den Führerschein bestanden und es geschafft, sich ein eigenes kleines Auto anzuschaffen. In seiner Freizeit fährt er gerne Fahrrad, geht schwimmen oder macht allgemeines Fitness-Training.

Alles Gute, Ammar! 

Walldorfer Erfolgsgeschichten

Diesmal erzählen wir die Erfolgsgeschichte von Najib, 23 Jahre. Er ist 2015 aus seinem Heimatland Afghanistan nach Deutschland geflüchtet, nachdem er die Erschießung seines Bruders durch die Taliban mit ansehen musste. Von Passau aus kam er über Karlsruhe nach Wiesloch.

Durch das Angebot der Sprachkurse im Begegnungshaus lernte er 2016 ein engagiertes Ehepaar aus Walldorf kennen, das im Laufe der Zeit zu seinen „Paten-Eltern“ wurde. Annegret und René unterstützten Najib intensiv in seinen Bemühungen, Deutsch zu lernen und seinen Hauptschulabschluss zu schaffen.

Er absolvierte Praktika in unterschiedlichen Ausbildungsberufen (Installateur, Schreiner und Altenpfleger), bevor er sich schließlich nach einem Praktikum bei Tari-Bikes zu einer Ausbildung als Fahrrad-Monteur entschloss. Diese hat er im Juli 2020 (wieder dank der Unterstützung seiner Paten-Eltern sowie der praktischen Hilfe von Peter, einem Freund und Mitglied der FFW Nußloch) erfolgreich abgeschlossen und wurde direkt in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen.

Er ist bei seinen Kollegen gleichermaßen geschätzt und beliebt und mittlerweile schon zum Werkstattleiter befördert worden. Inzwischen lebt er in einer kleinen Wohnung in Walldorf und ist gerade dabei, seinen Führerschein zu machen. In seiner Freizeit kocht er sehr gerne und macht viel Sport.

Alles Gute Najib!