Walldorfer Erfolgsgeschichten Folge 3

 

Ahmad- Vom Friseursalonbesitzer in Bagdad zum deutschen Lehrling

Wer den geschmackvoll eingerichteten Friseursalon Exact in der Walldorfer Hauptstraße betritt, der wird von  Ahmad, einem  24 –jährigen,  top gestylten jungen  Mann, höflich empfangen. Er hat hier eine Zukunft gefunden, denn Friseurmeisterin Gajane Artin gab ihm  auf seinen  Wunsch hin die Chance einer deutschen Friseurausbildung. Und dies, obwohl er in seiner Heimat aus einer Friseurfamilie stammt und dort einen  eigenen Salon  führte.

Seine Lebensgeschichte klingt tragisch: Nach 12 jährigem Schulbesuch drängte es ihn nicht in ein Studium, sondern er führte die Familientradition mit einer dreijährigen Ausbildung fort und übernahm danach eine der drei  Filialen der Familie. Ab 2003  hatte die Familie als Sunniten in einem Schiitischen Stadtteil nur noch wenige frohe Stunden. Nachdem 2009 ein enges Familienmitglied  auf offener Straße erschossen wurde, floh die Familie in die Türkei. Die Lage schien sich im Irak zu beruhigen, deshalb kehrte man 2012 zurück nach Bagdad und suchte den Neuanfang. Kein halbes Jahr später explodierte eine Autobombe vor seinem Salon, er hatte viel Glück und kam mit großen  Narben gerade noch davon. Mit seinem Vater floh Ahmad erneut in die Türkei, 2015 dann in einem winzigen  Boot mit 200 Menschen an Bord von Ägypten über das Mittelmeer nach Europa. Er landete in Wiesloch in der Sporthalle, fand sofort eine Arbeit in Mannheim und bestreitet seitdem seinen Lebensunterhalt selbst. Dies führte kurioser Weise dazu, dass er die Mietkosten aus der Sporthallenzeit heute von seinem Lehrlingsgehalt in kleinen Raten abstottern muss. Trotz großer sprachlicher Probleme in der Berufsschule, wo er weitgehend auf sich gestellt ist,  kämpft er für seinen Traum einer Zukunft in Deutschland. Sein Pate Hans Wölz und alle, die ihn kennen, drücken ihm fest die Daumen.

Und wer eine top-gepflegte Bartbehandlung wünscht: Geh zu Ahmad ins Exact – der kann das !

Unser Bild zeigt Ahmad mit seiner Chefin im Salon Exact in der Walldorfer Hauptstraße

Gemütlicher Spargelmarkt -Auftakt freitags mit Amber Hill

Alle Freunde und Fans von Amber Hill dürfen sich auf den den Start ins Spargelmarkt Wochenende am Freitag, dem 8. Juni freuen: Ab 20.00 Uhr spielt die Gruppe um Heiner Weißbrod und Julia Dörr im Garten des Begegnungshauses ihre besonderen rockig-romantischen Weisen. Bei ihrem letzten Auftritt im Dezember konnten die unkomplizierten jungen Menschen ihre handgemachte Musik einem begeisterten Publikum präsentieren und ernteten viel Applaus. Sie spielen eigene Songs, präsentieren aber auch Coverversionen in ganz eigener Manier.

Nix für Headbanger, eher für Geniesser!

Eintritt wie immer frei, der Künstlerhut geht rum.

Wallderfer Erfolgsgeschichten, Folge 2

 

Maurerlehrling aus dem Irak- Firma Schuppe gibt Mohammad eine Chance

Der sechsundzwanzig Jahre alte Mohammad kommt aus Fallujah, einer großen Stadt nahe Bagdad. Dort ging es ihm relativ gut: Nach 6 Jahren  Grundschule machte er eine halbjährige „Ausbildung“ zum Fotograf. Gleich darauf eröffnete er sein eigenes Geschäft, er hatte sein Auskommen und konnte sich sogar ein Auto leisten. Bis die IS Milizen kamen. Sie beschlagnahmten Geschäft und Auto und verlangten, dass er in ihren  sogenannten heiligen Krieg ziehen muss. Er flüchtete wochenlang meist zu Fuß durch die Türkei, Griechenland und die Balkan Staaten nach Deutschland, wo er 2015 in Walldorf landete. Hier lernte er deutsch, mittlerweile kann er sich schon gut verständigen. Mit Hilfe seiner Paten Rainer Eder und Edeltraud Mohr gelang es ihm, eine Stelle als Praktikant bei der Firma Schuppe mit dem Ziel einer Ausbildung als Maurer ab Herbst 2018 zu erhalten. Er ist seinem Chef sehr dankbar und ist glücklich, nun endlich im Frieden leben zu können. Auch Andreas Schuppe ist froh, einen Azubi zum Maurer gefunden zu haben, somit kann man von einer echten Win-Win Situation sprechen. Mohammad wird vom Chef und dem ganzen Team wegen seiner Zuverlässigkeit und seinem Integrationswillen  geschätzt. So hat er schnell den Umstieg vom Fotograf auf den Bau geschafft. Andreas Schuppe berichtet, dass er bereits im Jahr 1991 drei Flüchtlinge aus Syrien, Nigeria und Kroatien eingestellt hat, einer davon ist immer noch im Betrieb. Menschen für Menschen, man wünscht sich mehr solcher Beispiele!

Im Bild:Andreas Schuppe, Mohammad und Polier Jonas Hohlweck

 

Dr. Rainer Eder verabschiedet

Dr. Rainer Eder als Sprecher des AK Asyl verabschiedet

Zu unserem großen Bedauern müssen wir den bisherigen Sprecher des AK Asyl, Dr. Rainer Eder zum Monatsende verabschieden.Er will sein ehrenamtliches Engagement auf ein überschaubares Maß reduzieren, um sich mehr  der Familie widmen zu können.Er hat das Bild des AK in den letzten Jahren durch seine Umsicht, seine freundliche Art und seine hervorragende Rhetorik entscheidend geprägt.Lieber Rainer, wird danken dir für die vielen Stunden, die du in Sachen Integration nicht nur für die Flüchtlinge, sondern auch für die Walldorfer geleistet hast und wünschen dir für die Zukunft nur das Beste.Ein herzlicher Dank geht auch an deine liebe Frau Carla, die dich immer unterstützt und dir den Rücken frei gehalten hat

Wallderfer Erfolgsgeschichten Folge 1

 

Metzgerei Huber geht mit gutem Beispiel voran

Ursula Pütz  und Mathias Pütz haben einen aufgenommen, einen Flüchtling aus Gambia. Seit 2016 geht ihnen der 25 jährige Amara Touray aus Gambia in der Küche und im Laden zur Hand. Mit nur geringen Deutschkenntnissen und keinem handwerklichen Grundwissen  angetreten, darf man die Integration Amaras in der letzten traditionellen Walldorfer  Metzgerei nach einem Jahr (EQ-)Praktikum als durchaus gelungen bezeichnen. Unisono berichten Ursula und Mathias Pütz, dass nach einer beiderseitigen Eingewöhnungsphase zu Beginn der Zusammenarbeit, in welcher deutsche und afrikanische Arbeitsmentalität zueinander finden mussten, heute ein freundschaftliches und kollegiales   Verhältnis besteht. Sie schätzen an ihrem Mitarbeiter seine Zuverlässigkeit, Hilfsbereitschaft und seine umgängliche Art.

Durch das gute Miteinander haben sich Amaras  Deutschkenntnisse zunehmend verbessert, er lernt schnell,  entwickelt und verbessert seine handwerklichen Fähigkeiten und kommt seinem vorläufigen  Berufsziel „Ausbildung zum Fleischer“ stetig näher. Wir drücken weiterhin die Daumen und freuen uns mit seiner Patin Karen Dardoufas über diese Walldorfer Erfolgsgeschichte!

 

 

 

Mathetreff am letzten Freitag gestartet

Unter der  Leitung von Günter Lukey konnten drei Syrer und ein Afghane sich intensiv mit den Geheimnissen und Problemen des Grundrechnens  beschäftigen. Fazit: Es hat allen großen Spaß gemacht, wenn man auch das eine oder andere Mal seine eigenen Grenzen erfahren durfte und musste.

Die Köpfe rauchten beim Knobelrechnen und die Mysterien der Multiplikation und Division müssen bis zum Sommer noch gelüftet werden., will man den Hauptschulabschluss bestehen oder in einer Ausbildung als Zimmermann bestehen.

Es zeigte sich, dass eigentlich jeder Teilnehmer einen „Personal Trainer“ brauchen könnte, so dass weitere Hilfslehrer herzlich willkommen sind.

Wir treffen uns ab sofort jeden Freitag von 16.30 – 18.30 Uhr!

Teilnehmer für Trommelkurs (Djembe)gesucht

Der bekannte Trommellehrer und SRH Dozent Nii Ashitey Nsotse aus Ghana hat sich bereit erklärt, Trommel-Unterricht für interessierte Einheimische und Geflüchtete am unterrichtsfreien Mittwochnachmittag oder samstags im Begegnungshaus durchzuführen.

Voraussetzung ist, dass sich mindestens 5 Teilnehmer ab 10-12 Jahren finden. Wer Freude hat,  afrikanische Rhythmen in fröhlicher und lockerer Athmospäre zu erlernen,ist bei Ashitey gut aufgehoben.

 

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Trommeln werden gestellt.Anmeldungen im Begegnungshaus, Tel.06227 8994047 oder persönlich bei Katrin,Andrea und Yasmin.

Herzlich willkommen!

Neu: Mathetreff ab 16. April 2018

Ab Freitag, den 16. April, findet unter der Leitung von Walter Hecker und GünterLukey, beides ehemalige Lehrer, ein regelmäßiger Treff zum Aufpolieren von Mathekenntnissen für unsere Geflüchteten statt. Wir beginnen mit Grundrechnen.

Weitere Helfer zur Unterstützung sind herzlich willkommen!

Volle Hütte beim Impro- Theater

Eine stattliche Anzahl an Besuchern hatte sich zum zweiten Gastspiel des Improvisationstheaters „Stegreif & Guck “ im Walldorfer Begegnungshaus eingefunden. Auch eine Reihe neuer, insbesondere junger  Gesichter hatten sich ins alte Pfarrhaus „getraut“ und werden es vermutlich überhaupt nicht bereut haben,das Wagnis eingegangen zu sein.
Denn es war witzig, sehr witzig! Es ist jedes Mal wieder erstaunlich, wie die vier Amateure in  ähnlichen Settings spontan völlig neue Kurzszenen gestalten und dabei  und damit ihre Zuhörer ins Schmunzeln bringen  bis hin zu regelrechten Lachsalven.Wobei das Publikum auch direkt eingebunden wird, denn die Akteure erbitten  Stichworte zu Gefühlen, Örtlichkeiten und Paarbeziehungen , welche  dann als Basis für eine folgende Spielsequenz dient. Zu sehen waren entsprechend eine Szene im Fahrstuhl, in welcher eine Benutzerin sich mit unterschiedlichen, zusteigenden  Charakteren auseinander setzen muss: mit einem Wüterich, einer Gelangweilten und einem Allesversteher, der ihr gerne nahekommen will bei Spaghetti Bolognese und Linsensuppe.Ein Höhepunkt war auch in diesem Jahr das Interview mit einer Wissenschaftlerin, deren Forschungsschwerpunkt   „die  Schwerkraft“ ist . Eine außer Rand und Band geratene Gebärdendolmetscherin „übersetzte“ und das Publikum lachte sich einen Ast. Same same, but different!
Selbstredend lobten Akteure und Publikum unisono die „Wohlfühlathmosphäre im Wohnzimmer“, wer´s verpasst hat, erhält noch in diesem Sommer die Möglichkeit, wenn das alte Pfarrhaus oder vielleicht sogar der Garten erneut zum „Stegreif-Gucken“ einlädt.

Christliche Tauffeier für den kleinen Noah im Begegnungshaus

Das ehrwürdige Walldorfer Pfarrhaus durfte auf seine alten Tage sogar noch Zeuge einer festlichen Tauffeier werden: Brikti und Isaak, zwei Christen aus Eritrea, feierten in einer bunten und familiären Atmosphäre die Taufe ihres 6 Wochen alten Sohnes Noah mit etwa 20 Freunden und Mitgliedern des AK Asyl  im Begegnungshaus. Liebevoll und einfach, ganz so wie man früher auch bei uns feierte, mit einem besonderen, selbstgekochtem Essen und als Köstlichkeit mit  vor Ort  frisch geröstetem Kaffee, dessen Duft das ganze Haus erfüllte, saß man bei viel Musik fröhlich und dankbar ob der glücklichen Geburt des gesunden Jungen zusammen und genoss das Zusammensein mit Freunden aus nah und fern. 

Nun wünscht sich die kleine Familie, deren Vater  in einiger Entfernung von Walldorf eine Ausbildungsstelle gefunden hat, eine gemeinsame Wohnung für sich, den Kleinen und seinen dreijährigen Bruder Nathan in Walldorf. Wer den vieren eine Herberge geben kann und will, melde sich gerne im Begegnungshaus bei Katrin Siebold.